Der Shitstorm – eine gefährliche Macht

Wie gefährlich ist Shitstorm? Ehrlich gesagt schwer einschätzbar – er sollte aber auch nicht über- und auch nicht unterschätzt werden. Ein paar Beispiele zur Verdeutlichung der Problematik.

Was ist ein Shitstorm?

Nein, es weht nicht tatsächlich Scheiße, aber im übertragenen Sinn in Form von verbalen Äußerungen. Ein Shitstorm per se ist jetzt keine neue Erfindung unseres Zeitalters, wird aber sehr oft in diversen sozialen Medien losgetreten. Nicht digitalisierte Varianten findet Mann in Boulevardblättern oder im kleinen Rahmen beim Hausfrauentratsch. Beim Shitstorm kommt im Gegensatz zu den anderen Varianten eine enorme Geschwindigkeit in Kombination mit einer enormen Anzahl an Nutzern zum Tragen, sodass der Shitstorm, wenn mal losgetreten, sich verselbstständigt. Er ist dadurch nur mehr sehr schwer bis überhaupt nicht mehr aufzuhalten.

Was macht einen Shitstorm so gefährlich?

Wie soeben erwähnt liegt die Gefahr eines Shitstorms in der Kombination von Geschwindigkeit und Reichweite in Form von Nutzern von sozialen Medien. Hinzu kommt noch, dass viele User (=Nutzer) in sehr vielen Fällen nur rudimentär oder überhaupt keine Kenntnisse der Thematik haben. Es geht dann eigentlich nur mehr darum, seiner „Empörung“ virtuell freien Lauf zu lassen. Im nicht-virtuellen Leben ist dies ja viel schwieriger. Wieso? Im nicht-virtuellen Leben wird man sehr schnell auf Widerstand stoßen: Widerstand im sozialen Umfeld, Widerstand vonseiten jener gegen die der Shitstorm gerichtet ist. Es soll nicht heißen, dass es im virtuellen Leben keinen Widerstand geben wird, aber dieser tritt noch lange nicht so massiv in den persönlichen Lebensbereich. Online ist man mehr oder weniger anonym, was ja im realen Leben nicht der Fall ist. Aus diesem Grund lassen sich auch sehr viele Menschen aktivieren. Natürlich könnte man jetzt über die vermeintliche Anonymität im Internet diskutieren, dies würde jedoch den Rahmen sprengen.

Wo liegt nun die Gefahr eines Shitstorms, wenn dieser nur virtuell ist? Der Shitstorm selbst mag virtueller Natur sein, die Auswirkungen für Betroffene – also jene Menschen, Unternehmen, Organisationen usw. – gegen die der Shitstorm gerichtet ist, sind real!

Der Imageverlust eines Unternehmens nach einem Shitstorm lässt sich auch sehr schnell in Zahlen, nämlich in Form von Umsatzrückgängen, feststellen. Richtet sich der Shitstorm gegen eine natürliche Person kann dies den Verlust von Job, soziale Ausgrenzung bis hin zum finanziellen Ruin, zusätzlicher psychischer und physischer Gewalt sowie Suizid alles bedeuten.

Shitstorm als Waffe

Ein Shitstorm zählt meiner Meinung nach in einem größeren gefassten Verständnis von Cyberkrieg als Waffe. Er kann gezielt gegen Unternehmen, Organisationen und natürlichen Personen durch Ausnützung der Schwarmunintelligenz eingesetzt werden. Unwahrheiten und Diffamierungen lassen sich leicht verbreiten. Naturgemäß lässt sich ein Shitstorm schwer lenken und kontrollieren, er bleibt unberechenbar. Aus diesem Grund wird der Shitstorm nicht so häufig als Waffe verwendet. Es kann auch mal schnell zu einer unerwarteten Gegenreaktion kommen. So schnell ein Shitstorm kommt, so schnell ist auch wieder weg, leider aber nicht selten mit bleibenden, tatsächlichen Folgen für die vom Shitstorm Betroffenen.

Liebe Männerwelt, bevor ihr wieder einmal euren Unmut kundtut, bitte ich euch kurz innezuhalten und über die möglichen Auswirkungen für Betroffene nachzudenken.

Vielen lieben Dank im Voraus von allen Männern im Männerreich!

PS: Du wurdest auch schon mal Opfer eines Shitstorms. Falls du noch Kraft und Mut hast, schildere doch bitte deinen Fall dem Männerreich.

 

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